Meine Mutter als erste Userin des Tools
Meine Mutter wohnt in Duisburg-Homberg, mit Blick auf den Rhein. Als Brief nach Berlin zum ersten Mal funktionierte, war sie die erste, die es ausprobierte. Ihr Anliegen war ganz praktisch: Es ging um die Sauberkeit im Stadtteil. Der Weg, auf dem sie mit ihrem Hund Gassi geht, war schon ewig zugewuchert. Am Haus, in dem ihre Wohnung liegt, häufte sich immer wieder Dreck an. Und der angrenzende Parkplatz diente offenbar als Drogentauschort.
Sie schrieb die beiden Entwürfe mit der Hand ab und schickte sie los. Einer ging an Mahmut Özdemir, den SPD-Bundestagsabgeordneten für Duisburg. Sein Bundestagsbüro rief an und kündigte an, ihre Anliegen mit Nachdruck an die zuständigen Behörden vor Ort weiterzugeben. Kurz darauf stand die Bezirksvertreterin Steffie Ogaza bei ihr vor der Tür und machte eine Ortsbegehung. Beide Probleme sind seither in Bewegung. Sogar die Polizei hat sich gemeldet und Hilfe angeboten.

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handschriftliche Briefe schrieb meine Mutter mit Brief nach Berlin. Sie führten zu einem Rückruf, einer Ortsbegehung mit der Bezirksvertreterin Steffie Ogaza und sogar zur Hilfe der Polizei.
Erfahrung aus meiner Familie
Was ein Brief mit dir selbst macht
Das Beste daran war nicht nur der Rückruf. Meine Mutter fühlte sich danach ernst genommen. Sie hatte sich nicht klein gemacht und nicht darauf gewartet, dass sich jemand anderes kümmert. Sie hat geschrieben, eine Antwort bekommen und gemerkt, dass auf der anderen Seite Menschen sitzen.
Kann ein handschriftlicher Brief an Abgeordnete etwas ändern?
Diese Geschichte ist kein Versprechen, dass jeder Brief ein Problem löst. Es gibt keine Garantie für einen Rückruf oder einen Besuch. Aber sie zeigt, was möglich wird, wenn ein Anliegen eine Adresse bekommt. Ein Brief zwingt dich, es in Worte zu fassen. Im Büro ist er ein echter Vorgang, nicht bloß ein weiterer Eintrag im Feed.
Die App war für meine Mutter der fehlende erste Schritt. Sie musste nicht mehr überlegen, wer zuständig ist oder wie ein Brief anfangen soll. Sie konnte sich auf ihr Anliegen konzentrieren. Am Ende war es ihr Brief, weil sie ihn selbst abgeschrieben hat.
Warum der Brief mit der Hand geschrieben wird
Die Handschrift ist kein Ritual. Sie ist der Moment, in dem du dir Zeit für dein Anliegen nimmst. Du liest den Entwurf noch einmal, änderst einen Satz, lässt etwas weg oder ergänzt, was nur du wissen kannst. Am Ende liegt kein Text von einer Website im Umschlag, sondern dein Brief.
Wie aus diesem ersten Versuch Brief nach Berlin wurde, erzähle ich auf der Seite über das Projekt.
