Wie starte ich eine Petition beim Bundestag?

Der offizielle Weg führt über das Petitionsportal epetitionen.bundestag.de. Dort beschreibst du, was sich ändern soll und warum, und reichst den Text beim Petitionsausschuss ein. Per Post geht es auch: Deutscher Bundestag, Petitionsausschuss, Platz der Republik 1, 11011 Berlin. Jede Petition wird geprüft und beschieden, auch wenn nur eine Person sie unterschrieben hat.
Du kannst beantragen, dass deine Petition als öffentliche Petition erscheint. Dann können andere sie sechs Wochen lang online mitzeichnen. Kommen in dieser Zeit 30.000 Mitzeichnungen zusammen, berät der Ausschuss sie in der Regel öffentlich. Seit Juli 2024 liegt diese Hürde bei 30.000 statt vorher 50.000 Stimmen. Wichtig: Unterschriften von openPetition oder Change.org zählen dafür nicht, nur Mitzeichnungen im Portal des Bundestags.
9.260
Petitionen gingen 2024 beim Bundestag ein. 413 davon wurden öffentlich gestellt, 607 hat der Ausschuss einzeln beraten.
Jahresbericht des Petitionsausschusses 2024
Bundestag, Landtag oder Gemeinde: wer ist zuständig?

Eine Petition landet nur dann bei den richtigen Leuten, wenn das Parlament auch zuständig ist. Rente, Bundeswehr, Krankenkassen und Steuern sind Bundessache. Schulen, Polizei, Hochschulen und der Nahverkehr sind meist Ländersache. Der Spielplatz, die Ampel vor der Kita und die Öffnungszeiten im Bürgeramt gehören in den Gemeinderat.
Für Landesthemen haben die Landtage eigene Petitionsausschüsse, viele mit Online-Formular. Eine Übersicht findest du auf petitionsportal.de. In der Gemeinde richtest du Anregungen und Beschwerden an den Rat. Wie das genau abläuft, regelt die Gemeindeordnung deines Bundeslands.
Wenn du unsicher bist, hilft unsere Übersicht Kommune, Land, Bund oder EU.
Was ist der Unterschied zwischen offizieller Petition und Online-Petition?
Eine offizielle Petition reichst du direkt bei einem Parlament ein. Sie hat ein festes Verfahren und endet mit einem schriftlichen Bescheid. Eine Online-Petition auf einer privaten Plattform ist zunächst ein öffentlicher Aufruf. Rechtlich wird sie erst zur Petition, wenn jemand die Unterschriften bei der zuständigen Stelle einreicht.
Die bekanntesten Plattformen in Deutschland sind openPetition, Change.org, WeAct und innn.it. openPetition wird von einer gemeinnützigen GmbH betrieben. Erreicht eine Petition dort ihr Quorum, bittet openPetition die zuständigen Abgeordneten um eine Stellungnahme. WeAct gehört zu Campact und nimmt nur Petitionen an, die zu den Werten von Campact passen. innn.it ist ein spendenfinanzierter Verein aus Berlin. Change.org ist international die bekannteste Plattform. Einen genaueren Vergleich findest du unter Andere Tools für mehr Demokratie.
Offizielle Petition
Beim Parlament eingereicht, festes Verfahren, schriftlicher Bescheid.
Online-Petition
Öffentlicher Aufruf, schnell geteilt, Wirkung über Aufmerksamkeit und Übergabe.
Persönlicher Brief
Geht an die Abgeordnete deines Wahlkreises, mit deinem Namen und deiner Geschichte.
Was passiert, nachdem ich die Petition eingereicht habe?
Der Petitionsausschuss prüft jede Eingabe. Meist bittet er zuerst das zuständige Bundesministerium um eine Stellungnahme. Danach beschließt er eine Empfehlung, über die das Plenum des Bundestags abstimmt. Am Ende bekommst du einen schriftlichen Bescheid mit Begründung.
Eine feste Bearbeitungsfrist gibt es nicht, rechne mit mehreren Monaten. Der Ausschuss kann auch ablehnen, eine Petition öffentlich zu stellen, zum Beispiel bei persönlichen Beschwerden. Geprüft wird sie trotzdem.
Wie mache ich meine Petition wirksamer?

Schreib zusätzlich an die Abgeordnete oder den Abgeordneten deines Wahlkreises. Die Petition läuft durch ein Verfahren mit vielen tausend anderen Eingaben. Ein Brief landet dagegen im Büro einer Person, die von Menschen aus ihrem Wahlkreis gewählt wird und dort wieder gewählt werden will. Sie kann im Ausschuss nachfragen, das Thema in ihrer Fraktion ansprechen oder dir direkt antworten.
Brief nach Berlin hilft dir dabei. Du beschreibst dein Anliegen und gibst deine Postleitzahl ein. Daraus entsteht in wenigen Minuten ein Briefentwurf an die zuständige Person, den du anpasst, von Hand abschreibst und per Post schickst. Wie Petition und Brief sich unterscheiden, steht ausführlich unter Brief oder Petition.
Du startest die Petition mit einer Gruppe?
Dann lohnt sich eine Briefkampagne neben der Petition. Du legst dein Anliegen einmal an und bekommst einen Link. Alle, die ihn öffnen, schreiben daraus einen eigenen Brief an ihre eigenen Abgeordneten. So bekommt jedes Wahlkreisbüro Post von Menschen, die dort wohnen, statt hundertmal denselben Text. Wie das geht, erklärt die Seite Briefkampagne starten.
Wie viel dabei zusammenkommen kann, zeigen zwei Kampagnen aus dem Oktober 2026. Über EEG so nicht! von Klartext mit Lilly haben fast 1.000 Menschen in zwei Tagen einen eigenen Brief erstellt. Bei AfD vor Gericht waren es fast 500. Die Inhalte stammen jeweils von den Initiatoren.
Brief nach Berlin ist kostenlos und werbefrei. Das Projekt ist eine gemeinnützige Initiative in Trägerschaft der WE AID gGmbH und wird über Spenden finanziert. Es sammelt keine Unterschriften und verkauft keine Reichweite.
